Die „Große Elektrisierung“

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Die „Große Elektrisierung“

Beitragvon DB Chefin » 23. Sep 2011, 08:44

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde erneut die Frage nach dem am besten geeigneten Stromsystem diskutiert. Da inzwischen die Abteilwagenzüge stark verschlissen waren, musste der Fahrzeugpark ohnehin erneuert werden. Die am 1. April 1920 gegründete Deutsche Reichsbahn (DR) entschied 1921, die Stadt-, Ring- und Vorortbahn auf elektrischen Betrieb umzustellen. Dabei wurde zugunsten eines Gleichstromsystems entschieden. Grundlage waren die guten Erfahrungen bei der U-Bahn und der elektrisch betriebenen Vorortstrecke vom Potsdamer Vorortbahnhof nach Lichterfelde Ost.

Nach mehrjährigen Vorarbeiten ging am 8. August 1924 die erste mit seitlicher, von unten bestrichener Stromschiene und 750 Volt Gleichspannung elektrifizierte Eisenbahnstrecke vom Stettiner Vorortbahnhof (heute Nordbahnhof) nach Bernau in den Regelbetrieb.

1925 bis 1927 folgten die anderen beiden Nordstrecken nach Oranienburg und Velten. Die gesammelten Erfahrungen auf der Strecke nach Bernau führten zu einer Änderung des Fahrzeugkonzepts. Mit der Baureihe 168 (Bauart Oranienburg) wurde das Viertelzug-Prinzip eingeführt.

1926 wurde auf einer Sitzung des Verwaltungsrates der DR die „Große Elektrisierung“ beschlossen und ein Konzept für die Umstellung der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen auf elektrischen Betrieb erarbeitet. Dafür wurden in einem Kostenvoranschlag 143 Millionen Reichsmark veranschlagt. Bis 1928 wurden zunächst die Stadtbahn und der Südring elektrifiziert.

In dem Zeitraum von 1924 bis 1929 wurden 93 Bahnsteige dem S-Bahn-Betrieb angepasst. Diese Bahnsteige wurden von 76 Zentimeter Schienenoberkante auf 96 Zentimeter erhöht, um der Fußbodenhöhe der neuen S-Bahnwagen besser angepasst zu sein.

Am 15. Mai 1929 endete die Ära der mit Dampfloks bespannten Züge auf der Stadt- und Ringbahn. Es wurden bis zu diesem Zeitpunkt rund 220 Kilometer Strecken auf elektrischen Betrieb umgestellt. Die geplanten Baukosten wurden um rund zehn Prozent überschritten.

Ab 1928 kam der Begriff „Stadtschnellbahn“ für das elektrifizierte Vorortnetz auf. Zur gleichen Zeit etwa tauchte am Bahnhof Halensee ein Logo „SS-Bahn“ auf. Zum 1. Dezember 1930 wurden die Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen unter dem neu eingeführten Namen „S-Bahn“ zusammengefasst. Wer der Urheber des bis heute gültigen Logos – ein weißes „S“ auf grünem Grund – ist, ist nicht geklärt.

Im Rahmen der Großen Elektrisierung wurden in rund sieben Jahren 235,0 Kilometer Stadt-, Ring- und Vorortstrecken unter Strom gestellt. Ein vergleichbares Ausbauprogramm hat die S-Bahn seitdem nie wieder erfahren.


Quelle: Wikipedia
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