Die S-Bahn im Dritten Reich

Hier findet ihr alles über die S Bahn Berlin GmbH

Die S-Bahn im Dritten Reich

Beitragvon DB Chefin » 23. Sep 2011, 08:42

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 gab es Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. In diesem Zusammenhang sollte das Bahnnetz in Berlin umgestaltet werden. Die bestehenden Fernbahnhöfe sollten aufgegeben und durch zwei Groß-Bahnhöfe (Nordbahnhof und Südbahnhof) ersetzt werden.

Im Frühjahr 1933 wurde zunächst auf der Strecke Potsdamer Fernbahnhof – Zehlendorf eine Express-S-Bahn eingerichtet, die diesen Abschnitt ohne Zwischenhalt auf den Fernbahngleisen befuhr. Da sich in Zehlendorf größere Villen-Siedlungen befinden, bekamen diese Züge im Volksmund die Bezeichnung Bankierszüge.

Für die S-Bahn wurden umfangreiche Erweiterungen geplant. Im Stadtgebiet sollten Tunnelstrecken – die zweiastige Nord-Süd-S-Bahn sowie die Ost-West-S-Bahn – gebaut werden. Weitere Neubaustrecken im Stadtgebiet waren ebenso vorgesehen wie die Elektrifizierung und der Neubau von S-Bahn-Strecken in das Berliner Umland. So sollten beispielsweise Werder, Werneuchen und Fürstenwalde an das Netz der S-Bahn angeschlossen werden. Auf speziellen Fern-S-Bahn-Linien sollte eine Weiterentwicklung der Bankierszüge zum Einsatz kommen.

Tatsächlich verwirklicht wurden der Nord-Süd-Tunnel in der Berliner Innenstadt zwischen Nordbahnhof und Anhalter Bahnhof sowie der Ausbau des elektrischen Betriebes auf der Anhalter Bahn (Lichterfelde Ost – Lichterfelde Süd) und der Dresdener Bahn (Priesterweg – Rangsdorf) im Süden der Stadt.
Gesprengter S-Bahn Tunnel 1945

Als Bauvorleistung wurde der Bahnhof Potsdamer Platz für die zweite Nord-Süd-Strecke viergleisig vorbereitet. Auch der Bahnhof Anhalter Bahnhof wurde für eine weitere Ost-West-S-Bahn in Richtung Görlitzer Fernbahnhof ebenfalls viergleisig erstellt. An der südlichen Ringbahn wurden Hallen für ein neues Betriebswerk Oderstraße errichtet. Für die Strecke Lichterfelde Süd – Teltow Stadt – Stahnsdorf wurden umfangreiche Erdarbeiten durchgeführt.

Zum Ende des Jahres 1943 hatte das Berliner S-Bahn-Netz eine Ausdehnung von 294,8 Kilometern erreicht. Davon waren 8,3 Kilometer eingleisig und auf 63,6 Kilometer des Netzes hatte die S-Bahn keine eigenen Gleise.

Am 25. April 1945 musste infolge der Kampfhandlungen in Berlin und des Ausfalls der Stromversorgung der S-Bahn-Betrieb eingestellt werden. Vermutlich am folgenden Tag (die Quellen divergieren bis zum 2. Mai) wurde unter dem Landwehrkanal die Tunneldecke gesprengt und dadurch der Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel unter Wasser gesetzt. Über einen Verbindungsgang im Bahnhof Friedrichstraße war kurze Zeit später das U-Bahn-Netz ebenfalls zu großen Teilen voll Wasser gelaufen.


Quelle: Wikipedia
Benutzeravatar
DB Chefin
Forum Admin
 
Beiträge: 80
Registriert: 09.2011
Wohnort: Berlin
Geschlecht: weiblich

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron