Die ersten Vorortstrecken

Hier findet ihr alles über die S Bahn Berlin GmbH

Die ersten Vorortstrecken

Beitragvon DB Chefin » 23. Sep 2011, 09:49

1838 ging mit der Berlin-Potsdamer Eisenbahn die erste Bahnstrecke in Berlin in Betrieb. In den folgenden Jahren entstanden weitere Radialstrecken in alle Himmelsrichtungen. 1871 wurde außerhalb des damals bebauten Gebietes die Ringbahn eröffnet. Neben den Fern- und Güterzügen nutzten im zunehmenden Maße Vorortzüge ebenfalls die Strecken. 1882 wurde vor allem speziell für den Vorortverkehr die Stadtbahn eröffnet. Der ständig zunehmende Verkehr und die wachsende Geschwindigkeit der Fernzüge erforderten, die Züge des Vorortverkehrs von denen des Fernverkehrs zu trennen. Ab 1891 standen zwischen dem Potsdamer Bahnhof in Berlin und Zehlendorf getrennte Gleispaare für den Vorortverkehr zur Verfügung, zwischen 1881 und 1894 wurden zusätzliche Vorortgleise auf der Ringbahn gebaut. Schrittweise erhielten viele der übrigen in Berlin beginnenden Eisenbahnstrecken eigene Vorortgleise.

Wachsende Bevölkerungszahlen und zunehmende Bebauung führten zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen und der Reiseweiten. Die Zugfolgen mussten verdichtet, die Züge verlängert werden. Die Züge wurden weiterhin von Dampflokomotiven gezogen, deren Leistungsgrenze erreicht wurde.

Bereits 1881 fuhr in Groß-Lichterfelde (heute Berlin-Lichterfelde) die erste elektrische Straßenbahn der Welt, 1902 wurde die erste elektrische Hoch- und Untergrundbahn in Berlin eröffnet. Auch bei der Eisenbahn gab es einige Versuche mit elektrischem Betrieb.

Vom 1. August 1900 bis 1. Juli 1902 führte die Firma Siemens & Halske auf der 11,9 Kilometer langen Strecke Berlin-Wannseebahnhof – Zehlendorf einen elektrischen Vorortbetrieb mit 750 Volt Gleichspannung und seitlicher von oben bestrichener Stromschiene durch. Zum Einsatz kam ein Zug mit zehn Abteilwagen und dreiachsigen Triebwagen an beiden Zugenden. Es wurden täglich 15 Fahrten je Richtung durchgeführt.
Am 4. Juni 1903 begann der elektrische Betrieb auf der 9,3 Kilometer langen Strecke Berlin Potsdamer Vorortbahnhof – Groß-Lichterfelde Ost, bei dem eine seitliche Stromschiene mit 550 Volt Gleichspannung verwendet wurde. Hier verkehrten Züge mit vierachsigen Abteilwagen (als Triebwagen) und dreiachsigen Mittelwagen. Die elektrische Ausrüstung der Fahrzeuge und der Strecke wurde von der Firma UEG (spätere AEG) geliefert. Der elektrische Betrieb hielt sich bis zur Umstellung auf das heute noch verwendete System mit 750 Volt Gleichspannung am 2. Juli 1929. Diese Strecke kann daher als erste S-Bahn angesehen werden.

Testtriebwagen für die Strecke nach Spindlersfeld

Am 15. August 1903 wurde die 4,1 Kilometer lange eingleisige Strecke Niederschöneweide-Johannisthal – Spindlersfeld versuchsweise für einen Betrieb mit Oberleitung bei 6 Kilovolt Wechselspannung und 25 Hertz ausgerüstet (erstmals in der Welt Einphasen-Wechselstrom für die Eisenbahn). Es kamen zwei sechsachsige Triebwagen zum Einsatz. Der Wechselstrombetrieb wurde schon am 1. März 1906 wieder eingestellt, dieses Stromsystem sollte in größerem Rahmen in Hamburg erprobt werden.

Das damalige Ministerium für öffentliche Arbeiten legte 1911 einen Plan zur Elektrifizierung des gesamten Berliner Netzes der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen vor (427,3 Kilometer). Der Antrag zur Bewilligung der ersten Rate von 50 Millionen Reichsmark wurde am 22. März 1912 gestellt. 1913 wurden 25 Millionen Reichsmark vom preußischen Landtag bewilligt.

1913 fiel die Entscheidung zugunsten eines Wechselstromsystems mit Stromzuführung mittels einer oberhalb der Fahrzeuge aufgehängten Fahrleitung. Es war eine Spannung von 15 Kilovolt und eine Frequenz von 15 Hertz, später 16⅔ Hertz, vorgesehen. Es wurden zweiachsige führerstandslose Triebgestelle entwickelt, die vor die Abteilwagenzüge gespannt wurden, womit keine vollständige Neubeschaffung des Wagenparks nötig war. Der erste hinter dem Triebgestell laufende Wagen erhielt den Stromabnehmer und den Führerstand. Mit drei Triebgestellen und einer Anzahl umgerüsteter Abteilwagen wurden 1914 Versuche auf der Strecke Bitterfeld–Dessau gefahren. Außerdem wurde ein Triebwagenzug beschafft und getestet. Beide Tests verliefen erfolgreich. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden diese Versuche eingestellt.


Quelle: Wikipedia
Benutzeravatar
DB Chefin
Forum Admin
 
Beiträge: 80
Registriert: 09.2011
Wohnort: Berlin
Geschlecht: weiblich

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron